JES Bielefeld e.V.

Open source Projekt

Vorgeschichte

Unser Verein betreibt seit Bestehen 1998 ein kleines Büro i.d. Innenstadt, wo viele Verwaltungsarbeiten stattfinden. Seit 1999 stand dort ein Computer mit internetzugang, sodass damals www.junkienetz.de entstehen konnte, immerhin die erste Seite eines regionalen JES-Vereins. Weiterhin wurde der Rechner auch privat für Multimedia und Spiele genutzt, er war Privatbesitz, den JES gerne nutzte. Das damalige Betriebssystem war WIN 98, alles lief gut.

Nachdem WIN XP 2002 auf den Markt kam, schaffte sich ein weiteres JES-Mitglied ein Laptop an, was ebenfalls im JES Büro und unterwegs temporär genutzt wurde. Der Bürorechner war für das neue Windows zu langsam, also blieb es bei WIN 98 für die Büronutzung.

Seit ca. 2003 wurden sämtliche WIN 98 Rechner immer mehr zum Opfer von Hackerattacken, der Support von Antivirenprogrammen und schließlich der Updatesupport durch den Verkäufer Microsoft blieb aus, der Bürorechner konnte nicht mehr für die Internetarbeit genutzt werden, es stand nun nur noch an wenigen Tagen das Laptop zur Verfügung.

Linux

Ca. 2004 reifte der Entschluß im Büroteam, den alten Rechner wieder ans Netz zu bringen, einzige Möglichkeit war, ein offenes Betriebssystem zu nutzen. Wir besuchten verschiedene Veranstaltungen ( ccc, Linuxtreffen in Kneipen, usw.) um eigene Ängste abzubauen, die der Linuxsoftware gegenüber bestanden.

Anfang 2005 ging dann der mittlerweile 6 Jahre alte Rechner wieder ans Netz, mit der von uns gewählten Linuxausgabe OPEN SUSE 10.3. Büroarbeiten wurden mit openoffice erledigt, und alsbald wurde der Rechner um vollumfängliche Multimediafähigkeit erweitert, es wurden Fernsehkartenmodule implementiert, usw.

tux

Uns erstaunte zu diesem Zeitpunkt vor allem, dass der schlappe Rechner doch unter Linux einiges zu leisten vermochte, was schon bei WIN 98 aufgrund mangelnder Systemleistung hakte. Außerdem war das riesige Software-Paket der open source Gemeinde faszinierend, -kostenfrei, zum download! Bildbearbeiter Gimp, Mediaplayer kaffeine, Vektorgrafik Karbon 14, Layouter Scrybus, die Mailer Thunderbird u. K-mail usw, usw, sollen nur Platzhalter für Tausende anderer freier Softwareprodukte sein.

Die Personen

JES Bielefeld verfügte schon seit Mitte der 90er über ein Mitglied, das die computerentwicklung seit den 80ern aktiv begleitet hatte. Er hatte sich früh mit Softwareprogramming beschäftigt und war i.d. 80ern mitbeteiligt am EUMEL-Projekt (ein selbstgeschriebenes Betriebssystem ähnlich LINUX) von Uni und Oberstufenkolleg Bielefeld.

Auch der Umgang mit Hardware war ihm früh vertraut, noch heute baut er Rechner u.Server auf Kundenwunsch, wenn es seine Zeit erlaubt. Seit es dann Microsoft-Produkte gab, die die Rechner der Welt beherrschen wollten, schlug er sich auf die "andere Seite", und arbeitete ausschließlich mit open-source Produkten, um über Unix-programming dann bei Linus Thorwalds LINUX-Projekt zu landen mit X11 als graphischer oberfläche und c/c++ gnu std-bibliotheken. Später dann erwarb er einige wichtige Ausbildungen, Zertifikate usw., und arbeitet nun beruflich in der Welt der Netzwerkbetreuung und Schulung/Weiterbildung von Mitarbeitern auf open-source Systemen.

Das Verwaltungsteam von JES Bi.e.V. besteht aus zwei Mitgliedern, die vor Jahren bereit waren, sich in die Thematik einzuarbeiten und die nun erfolgreich seit Jahren mit Linuxrechnern arbeiten, auch im privaten Bereich finden sich bei ihnen nur noch Linuxrechner, einige XP-Partitionen dienen noch als Spielkonsole, jedoch ohne Internetnutzung. Nicht zuletzt soll noch ein weiteres Mitglied genannt werde, der selbst zwar nicht am Linuxprojekt teilnimmt, aber durch seinen unbefangenen Umgang mit Applerechnern half, eine Menge Befürchtungen gegenüber einem fremden System abzubauen. Der gesamte Netzauftritt unseres Vereins fällt in seine Verantwortung, meist auf Apple erstellt.

Gegenwart und Zukunft

Unser Verein hat sich nun 2009 entschlossen, zwei neue, reine Linux Bürorechner anzuschaffen. Hier laufen nun 64-bit OPEN SUSE 11.1 Distributionen zur vollsten Zufriedenheit der jeweiligen Nutzer. WIN-Produkte gibt es nicht mehr, obwohl es möglich wäre beide Systeme parallel zu nutzen.

Das Linuxprojekt möchte nun beginnen seine jahrelange Erfahrung im Umgang mit open source auch anderen Vereinen und Initiativen vorzustellen, es sind bereits einige Vereine auf regionaler Ebene, die von uns profitieren (z.B.Pflege u. Wartung der Systeme über internet). Auch sind individuelle, modular aufgebaute Schulungen möglich, die Projektgruppe wird solche und andere Angebote im Rahmen einer eigenen Homepage bis ca. Herbst 2009 veröffentlichen.

Die Maschinen

Erster Rechner: PIII, 256 MB (später 400), elsa tnt (später g-force 6200), Platten immer wieder neu, z.Zt. 250 GB ...(ja, er läuft seit zehn Jahren mit dem gleichen Abit-board!

2. Laptop Bj. 2002 läuft unter opensuse 11.1

3. PIV, 1GB, Ati 3650 hdmi, 2x 250 Gb store, Bj. ca. 2004, opensuse 11.1 und viele Privatrechner/partitionen die wir betreuen, und, und, usw....

Fazit

Seit wir nicht mehr in der Microsoft-Welt leben, können wir befreit mit den Maschinen arbeiten, die uns dienen sollen, es ist uns egal, wie und wann ein neues Windows auf den Markt kommt, unsere Systeme sind immer auf dem neuesten Stand. Hier in Kürze ein paar weitere exemplarische Vorteile.

- Alle Linuxrechner im Verein laufen seit Jahren ohne Virenscanner
- Probleme gab es nicht!
- Sie bieten hohe Datensicherheit (Klientendaten) nach außen
- Egal welchen Baujahres, laufen sie zuverlässig
kl. Anm. vom 'Mac-Man': Apple Rechner bieten vergleichbare Vorteile!

Es ist kein Wunder, daß die open-source community weltweit stündlich wächst. Für Vereine, die keine teuren softwareprodukte incl. Kostenpflichtiger updates, etc nutzen können oder wollen wird es die Zukunft sein. JES Bi. kann auch die ersten Schritte in diese Zukunft begleiten, traut euch mal nachzufragen.

Bei Interesse und Fragen zur Technik bitte an JES Bielefeld wenden.

- Text: Ulli Engelmann, Jörg Hanke -