JES Bielefeld e.V.

Gedenktag für Drogentote

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Pressemitteilung zum Gedenktag am 21.Juli 2005

"Heroin als Möglichkeit zur Regelversorgung"

Zum 8. Mal findet in diesem Jahr der 1998 vom Verband der Eltern und Angehörigen für akzeptierende Drogenarbeit ins Leben gerufene Gedenktag für verstorbene Drogenkonsumenten statt. Die Schirmherrschaft über den Gedenktag hat in diesem Jahr die Bundesgesundheitsministerin Frau Ulla Schmidt übernommen.

Aus diesem Anlass äußern sich die Bielefelder Drogenberatung eV. und der örtliche Ableger des bundesweiten JES-Selbsthilfe-Netzwerks, der Verein "JES Bielefeld e.V." - der Name JES steht für Junkies, Ehemalige und Substituierte - in einer gemeinsamen Pressemitteilung.

Trotz zuletzt geringfügig gesunkener Zahlen sterben auch heute noch deutlich zu viele Menschen aufgrund ihres Drogenkonsums - oder besser gesagt: an den Folgen einer verfehlten Drogenpolitik. Denn noch immer sind die Drogenkonsumenten auf den Schwarzmarkt angewiesen - und konsumieren somit Substanzen von zweifelhafter Zusammensetzung und stark schwankender Konzentration, oftmals im Verborgenen und unter unhygienischen, menschenunwürdigen Bedingungen.

Dabei könnte für viele dieser Menschen durchaus Grund zur Hoffnung bestehen.

Die im Jahr 2002 in sieben deutschen Städten begonnene Heroin-Vergabe steht kurz vor dem Abschluss. Erste Ergebnisse dieser Studie, im Rahmen derer Drogenkonsumenten Heroin als Medikament erhalten, zeigen u. a., dass eine deutliche Verbesserung des Gesundheitszustandes der Teilnehmer zu verzeichnen ist. Auch im persönlichen Umfeld - Stichwort Arbeit und soziale Beziehungen - sind überwiegend positive Entwicklungen zu verzeichnen.

Der Suchtbeauftragte der deutschen Ärztekammer, Ingo Flenker, geht deshalb davon aus, dass mehrere tausend Betroffene für eine staatliche Heroinbehandlung geeignet wären, wenn Heroin als reguläres Arzneimittel zugelassen würde.

Um Opiatkonsumenten neben den bisher zur Verfügung stehenden Medikamenten zur Substitution eine weitere Alternative zu eröffnen, fordert JES Bielefeld, dass nach Beendigung der Studie unbedingt die Zulassung von Heroin als Medikament sowie der möglichst nahtlose Übergang in die Regelversorgung gewährleistet sein sollte.

"Viele Leute brauchen einfach die geregelte Versorgung mit der Originalsubstanz, um nicht täglich vom Tod durch dreckige Schwarzmarktware bedroht zu sein", wie Thomas Friederich daher für den Vorstand von JES Bielefeld betont.

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